JAN
16

KARNEVAL 
16.01.2019 | 16.00
Musiktheater am Volksgarten

17

Ein Amerikaner in Paris
Musical von George und Ira Gershwin 
17.01.2019 | 19:30 Uhr
Musiktheater am Volksgarten

18
19

PREMIERE: Elektra
Oper von Richard Strauss
19.01.2019 | 19.30 Uhr
Musiktheater am Volksgarten

20

Ein Amerikaner in Paris
Musical von George und Ira Gershwin 
20.01.2019 | 17:00 Uhr
Musiktheater am Volksgarten

21

Der Vogelhändler
Operette von Carl Zeller
21.01.2019 | 19:30 Uhr
Musiktheater am Volksgarten

22
23
24

ELEKTRA
Oper von Richard Strauss
24.01.2019 | 19.30 Uhr
Musiktheater am Volksgarten

25
26

ELEKTRA
Oper von Richard Strauss
26.01.2019 | 19.30 Uhr
Musiktheater am Volksgarten

27

PARADISE LOST
27.01.2019 | 11.00
Brucknerhaus Linz

28
29
30
31
FEB
01
02
03

Tristan und Isolde
Oper von Richard Wagner
03.02.2019 | 17.00 Uhr
Musiktheater am Volksgarten

04
05
06

ELEKTRA
Oper von Richard Strauss
06.02.2019 | 19.30 Uhr
Musiktheater am Volksgarten

07

Preview: RAGTIME
Musical
07.02.2019 | 19:30 Uhr
Musiktheater am Volksgarten

08

Premiere: RAGTIME
Musical
08.02.2019 | 19:30 Uhr
Musiktheater am Volksgarten

09

DAS BOL IM MUSIKVEREIN WIEN #2
09.02.2019 | 19.30
Musikverein Wien

10

Tristan und Isolde
Oper von Richard Wagner
10.02.2019 | 17.00 Uhr
Musiktheater am Volksgarten

11
12

Der Vogelhändler
Operette von Carl Zeller
12.02.2019 | 19:30 Uhr
Musiktheater am Volksgarten

13

RAGTIME
Musical
13.02.2019 | 19:30 Uhr
Musiktheater am Volksgarten

14

La Clemenza ti Tito
Oper von Wolfgang A. Mozart
14.02.2019 | 19.30 Uhr
Musiktheater am Volksgarten

15

VOLLENDEN SIE!

Der oberösterreichische Komponist Balduin Sulzer hat einem Kollegen - der nach den Anstrengungen zu seiner Fünften genug vom Sinfonien schaffen äußerte - geraten, zumindest noch eine Unvollendete anzufangen. Wer das Unvollendete nicht wagt, braucht die Vollendung gar nicht erst zu fürchten. Die Gründe, etwas nicht fertig zu bringen, können mannigfaltig sein. Der Tod einer Schöpferin, eines Schöpfers ist ein triftiger Grund, dem wir alle entgegenleben. Bei der Knappheit von nur 31 Jahren, die Franz Schubert am Leben war, könnte man schnell vermuten, dass er seine Sinfonie nicht mehr fertigstellen konnte. Irrtum! Schubert hat nur zwei Sätze davon ausgearbeitet und diese 1822, sechs Jahre vor seinem Tod, feinsäuberlich in eine Partitur gegossen. Das Manuskript endet mit einem neuntaktigen Beginn eines dritten Satzes, von dem 1968 weitere elf Takte aufgefunden wurden. Nach der Uraufführung 1865 schrieb der Wiener Großkritiker Eduard Hanslick: „Wir müssen uns mit zwei Sätzen zufrieden geben, die [...] auch neues Leben in unsere Concertsäle brachten.“ Nur weil die Norm der Viersätzigkeit nicht eingehalten wurde, von Unvollendung zu sprechen, ist eine unerhörte Anmaßung. Spekulationen, warum sie so ist, wie sie ist, gibt es so viele, dass der Sinfonie der Beiname Rätselhafte zustehen müsste. Wenn wir ehrlich sind, wollen wir einfach nur mehr von dem, was uns Franz Schubert zweisätzig hinterlassen hat. Das ist wahre Vollendung!

Eine andere Frage ist, ob die Erstfassung einer Sinfonie, die der Komponist in weitere Fassungen bringt, als unvollendet gelten muss? Die vielen Fassungen der Bruckner-Sinfonien haben unterschiedliche Beweggründe. Vollendung muss kein betonierter Status sein. Vielleicht wohnt Anton Bruckner, der auf seinen raren Touren tausende Menschen mit seinen Orgelimprovisationen in den Bann gezogen hat, der Habitus eines Jazzmusikers inne, der auch in seinem kompositorischen Schaffen Ausdruck findet, in dem er heute diese und morgen eine andere Version anbietet. Die Erstfassung der Dritten, die Peter Gülke als „schwieriges Durchbruchswerk“ bezeichnete, hat mit 2052 Takten die größte Ausdehnung aller seiner Sinfonien. Richard Wagner hat er sie neben der Zweiten zur Widmung nach Bayreuth angetragen. Der „Meister aller Meister“ entschied sich zur Freude Bruckners für die Dritte, die mit der Annullierten Sinfonie („Nullte“) und dem Torso der Neunten die Tonart d-moll teilt. Bruckner erklärte seine Dritte noch zwei weitere Male für „fertig“. (Genauso steht es in der Partitur!)

Wie weit und ob Fertigwerden etwas mit Vollendung zu tun hat, braucht in diesen sinfonischen Fällen nicht nach Antwort suchen. Wir dürfen aber eines nicht vergessen, dass sich noch so vollkommene Musik erst im Moment des Erklingens in uns vollendet (oder anfängt). Die Vollendung beginnt bei uns, im Zuhören. Immer wieder, auch heute.

EIN ZURUF

von Norbert Trawöger

 

Foto: Volker Weihbold

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