Eröffnung der OÖ Stiftskonzerte
06.06.2012
Was Richard Wagner da einem Freund über Mathilde Wesendonck schrieb, sollte sich als nur allzu wahr erweisen ...
Zu dem heurigen Eröffnungswochenende der Oberösterreichischen Stiftskonzerte ist nach langer Zeit endlich wieder Bernhard Klee am Dirigentenpult des Bruckner Orchesters Linz. Gemeinsam mit der Mezzosopranistin Ingeborg Danz (im Bild) zeichnet der Maestro mit seiner seit jeher bewunderten "disziplinierten Lust am Musik machen", wie sein letzter Auftritt in St. Florian von der Kritik betitelt wurde, ein Charakterporträt von Richard Wagner. Und rund um den Klangmagier, der mit seinen Stücken nicht nur seine Frauen Minna und Cosima verzauberte, zeigt Klee die nicht minder gehemeinisvolle Welt von Franz Schubert: Von seinen zwischen 1813 und 1818 entstandenen sechs Sinfonien hat es die Vierte, "Tragische"c-Moll zu größter Popularität gebracht. Sie steht am Ende des Eröffnungskonzerts am Samstag, 9. Juni, im Marmorsaal des St. Florianer Stifts.
Ingeborg Danz debütiert bei den Stiftskonzerten mit Wagners "Wesendonck-Liedern". Mathilde Wesendonck, Frau des Großkaufmanns Otto Wesendonck, entflammte 1852 für den geflüchteten Richard Wagner in dessen Schweizer Exil. Die beglückend-unglückliche Liebschaft hatte höchst inspirierend gewirkt - auf beide Teile, bevor die eifersüchtige Ehefrau einen Eklat anzettelte: Wagner beflügelte die Parallele zwischen Sage und Leben bei der Arbeit am Tristan-Text, Mathilde wiederum verfasste im Gegenzug fünf Gedichte, die als literarisch-persönliches Echo das Opernlibretto reflektierten. Im Mai 1858 hatte Wagner die "Fünf Gedichte für eine Frauenstimme mit Pianoforte-Begleitung" vollendet, über die Lyrik seiner Geliebten fand er letztendlich seinen Weg zur epochemachenden Musik des Tristan.
Über zig Umwege wieder nach Deutschland zurückgekehrt, trennte sich das Ehepaar Wagner 1862 endgültig voneinander. Schon ein Jahr später bekannten Richard Wagner und Cosima Liszt, die noch mit ihrem Gatten Hans von Bülow Wagner in der Schweiz besuchte, ihre Liebe zueinander. Im August 1870 wurden Richard und Cosima getraut. Der Tochter von Franz Liszt machte Wagner anlässlich der Geburt ihres Sohnes Siegfried ein Geschenk, das uns noch 140 Jahre später verzaubert sollte: Das "Tribschener Idyll mit Fidi-Vogelgesang und Orange-Sonnenaufgang". Die später vereinfachend "Siegfried -Idyll" genannte Komposition wurde in kleiner Besetzung an Cosimas 33. Geburtstag am 25. Dezember 1870 "als sinfonischer Geburtstagsgruss seiner Cosima dargebracht von ihrem Richard". In ihrem Tagebuch berichtete Cosima davon, wie sie morgens von sanften Klängen aus dem Schlaf in eine Art Dämmerzustand hinüber geleitet wurde und erst zögernd realisierte, dass unter ihrem Fenster etwa 15 Musiker aufspielten - "und was für Musik" hörte sie da!
Auch Sie haben die Möglichkeit an diesem Wochenende dieses aus zahlreichen Valeurs schillernde Tongemälde in St. Florian in traumhafter Kulisse zu hören:
Oberösterreichische Stiftskonzerte (9.6. - 29.7. 2012)
Eröffnungskonzert
am Samstag, 9. Juni 2012, 20.00 Uhr, St. Florian, Marmorsaal
Sonntagsmatinee
am Sonntag, 10. Juni 2012, 11.00 Uhr, St. Florian Marmorsaal
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06.06.2012
Was Richard Wagner da einem Freund über Mathilde Wesendonck schrieb, sollte sich als nur allzu wahr erweisen ... Zu dem heurigen Eröffnungswochenende der Oberösterreichischen Stiftskonzerte ist nach langer Zeit endlich wieder Bernhard Klee am Dirigentenpult des Bruckner Orchesters Linz. Gemeinsam mit der Mezzosopranistin Ingeborg Danz (im Bild) zeichnet der Maestro mit seiner seit jeher bewunderten "disziplinierten Lust am Musik machen", wie sein letzter Auftritt in St. Florian von der Kritik betitelt wurde, ein Charakterporträt von Richard Wagner. Und rund um den Klangmagier, der mit seinen Stücken nicht nur seine Frauen Minna und Cosima verzauberte, zeigt Klee die nicht minder gehemeinisvolle Welt von Franz Schubert: Von seinen zwischen 1813 und 1818 entstandenen sechs Sinfonien hat es die Vierte, "Tragische"c-Moll zu größter Popularität gebracht. Sie steht am Ende des Eröffnungskonzerts am Samstag, 9. Juni, im Marmorsaal des St. Florianer Stifts.
Ingeborg Danz debütiert bei den Stiftskonzerten mit Wagners "Wesendonck-Liedern". Mathilde Wesendonck, Frau des Großkaufmanns Otto Wesendonck, entflammte 1852 für den geflüchteten Richard Wagner in dessen Schweizer Exil. Die beglückend-unglückliche Liebschaft hatte höchst inspirierend gewirkt - auf beide Teile, bevor die eifersüchtige Ehefrau einen Eklat anzettelte: Wagner beflügelte die Parallele zwischen Sage und Leben bei der Arbeit am Tristan-Text, Mathilde wiederum verfasste im Gegenzug fünf Gedichte, die als literarisch-persönliches Echo das Opernlibretto reflektierten. Im Mai 1858 hatte Wagner die "Fünf Gedichte für eine Frauenstimme mit Pianoforte-Begleitung" vollendet, über die Lyrik seiner Geliebten fand er letztendlich seinen Weg zur epochemachenden Musik des Tristan.
Über zig Umwege wieder nach Deutschland zurückgekehrt, trennte sich das Ehepaar Wagner 1862 endgültig voneinander. Schon ein Jahr später bekannten Richard Wagner und Cosima Liszt, die noch mit ihrem Gatten Hans von Bülow Wagner in der Schweiz besuchte, ihre Liebe zueinander. Im August 1870 wurden Richard und Cosima getraut. Der Tochter von Franz Liszt machte Wagner anlässlich der Geburt ihres Sohnes Siegfried ein Geschenk, das uns noch 140 Jahre später verzaubert sollte: Das "Tribschener Idyll mit Fidi-Vogelgesang und Orange-Sonnenaufgang". Die später vereinfachend "Siegfried -Idyll" genannte Komposition wurde in kleiner Besetzung an Cosimas 33. Geburtstag am 25. Dezember 1870 "als sinfonischer Geburtstagsgruss seiner Cosima dargebracht von ihrem Richard". In ihrem Tagebuch berichtete Cosima davon, wie sie morgens von sanften Klängen aus dem Schlaf in eine Art Dämmerzustand hinüber geleitet wurde und erst zögernd realisierte, dass unter ihrem Fenster etwa 15 Musiker aufspielten - "und was für Musik" hörte sie da!
Auch Sie haben die Möglichkeit an diesem Wochenende dieses aus zahlreichen Valeurs schillernde Tongemälde in St. Florian in traumhafter Kulisse zu hören:
Oberösterreichische Stiftskonzerte (9.6. - 29.7. 2012)
Eröffnungskonzert
am Samstag, 9. Juni 2012, 20.00 Uhr, St. Florian, Marmorsaal
Sonntagsmatinee
am Sonntag, 10. Juni 2012, 11.00 Uhr, St. Florian Marmorsaal
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