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Langer Jubel für Linzer Musiker in Wien

07.05.2012

für Wien Konzert Das Bruckner Orchester Linz unter Dennis Russell Davies mit Werken von Mozart, Richard Strauss und Haydn im Wiener Musikverein

Georgina Szeless aus Wien

Richard Strauss sagte einmal über die Wiener, sie seien angenehm „falsch“. Das war das Publikum am Samstag im Großen Musikvereinssaal sicher nicht. Es brachte ehrliche Begeisterung auf für das Linzer Bruckner Orchester, das das letzte Konzert der Saison im Abonnement „Musik der Meister“ bestritt.

Der an Tourneen gewohnte Klangkörper gab schon wiederholt Visitenkarten seiner Leistungsstärke ab, aber gerade in Wien, wo sich Orchester von Weltrang die Klinke in die Hand geben, wird man unwillkürlich zu Vergleichen verleitet. Wenn man sich von solchen Gedanken löst, ist alles in Ehren verlaufen: Das Orchester war bestens disponiert, wofür schon die verlässliche Führung durch Dennis Russell Davies sorgte.

Der vielseitige Pult-Chef verschrieb sich zum Auftakt mit seiner ganzen Dirigier-Leidenschaft und allen Sinnen Mozart und machte aus dessen „Maurerischer Trauermusik“ c-Moll (KV 477) so etwas wie einen Prolog zu „Also sprach Zarathustra“ (op. 30) von Richard Strauss, indem er — auf Beifall für Mozart verzichtend — direkt dazu überging. Das löste Verwirrung aus, aber was soll's, immerhin hat Strauss „seinen“ Mozart abgöttisch geliebt und hätte diese „Vermählung“ sicher akzeptiert.

Weltberühmte Melodie aus dem Kino

Das geniale Strauss-Werk von 1896 (nach Friedrich Nietzsche) stand im Mittelpunkt des Abends und sorgte von Beginn an für Aufmerksamkeit: vom — „durch Mark und Bein gehenden“ — Trompeten-Motiv, das durch Stanley Kubricks Science-fiction-Film „2001: Odyssee im Weltraum“ weltberühmt wurde, bis zum verklärten Finale. Für Davies lag das neunteilige Werk bis zum letzten Takt sozusagen klar vor seinem geistigen Auge. Er grübelte nicht über den Inhalt von Nietzsches zugrundeliegender philosophischer Abhandlung über Freiheitsdrang, Weltverbesserung und Protest gegen Mittelmäßigkeit, sondern orientierte die Darbietung ganz an der Musik und ihren Motiv-Abfolgen. In dem Klangfeuerwerk bot das Orchester auch achtbare Solo-Einlagen der Bläser und Streicher, deren Tonqualität allerdings jene der Bläser dann und wann hinter sich ließ.

Locker, leicht, luftig endete das Programm mit der Haydn-Sinfonie Nr. 86 D-Dur, die besser vor der Pause platziert gewesen wäre. Zur Wiederholung eines Satzteils war sie allerdings genau richtig angesetzt und bescherte den Linzern einen Schlussjubel.

Am 4. November 2012 gastiert das Linzer Bruckner Orchester abermals im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins.

Neues Volksblatt

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