English
Der Februar 2010

01.02.2010

Das Bruckner Orchester

…als Sinfonischer Klangkörper




AK Classics
In der Konzertreihe der Arbeiterkammer Oberösterreich spielt das Bruckner Orchester drei Konzerte in jeder Saison. Im Februar steht ein Gastdirigent aus Litauen am Dirigentenpult. Vilnius, die Hauptstadt Litauens, war wie Linz 2009 Kulturhauptstadt Europas. Um den kulturellen Austausch mit der CO-Stadt auch weiterhin zu pflegen, wurde der litauische
Dirigent Juozas Domarkas eingeladen, das Bruckner Orchester Linz beim kommenden AK Classics Konzert zu leiten. Jouzas Domarkas bringt zwei symphonische Dichtungen des bedeutendsten Komponisten Litauens, Mikalojus Konstantinas Čiurlionis (1875-1911) mit. Außerdem werden Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung“ in der bekannten Orchesterfassung von Maurice Ravel erklingen.


MOVE.ON school concert
Die Jugendabteilung des Bruckner Orchesters hat mittlerweile einen nicht mehr wegzudenkenden Stellenwert in Oberösterreich und ist fester Bestandteil des Konzertkalenders in Linz geworden. Die School Concerts werden gemeinsam mit dem Brucknerhaus veranstaltet und sind für Schulklassen der 4.-6. Schulstufe programmiert, mit vorhergehenden Workshops in den angemeldeten Schulklassen aus dem ganzen Bundesland.
Dauer des Konzertes: 1 Stunde
Workshop Vorbereitung für Schulklassen
Info & Buchung: Büro MOVE.ON


Sonntagsmatinee des Brucknerhauses
Eine saisonale Tradition haben die Sonntagsmatineen, die das Bruckner Orchester für das Bruckner-haus an zwei Sonntagen im Konzertjahr spielen. Diese 11 Uhr Matinee ist ein Konzerthöhepunkt der Saison 2009.10, da es das erste Zusammentreffen nach der erfolgreichen USA Tournee 2009 mit dem Starsolisten Renaud Capuçon ist, der den Klangkörper drei Wochen durch die US-Ostküste begleitet hat. Beide – sowohl das Orchester als auch der Solist – sind weltweit die führenden Interpreten von Philip Glass’ Musik, wie sie an diesem letzten Februarsonntag beweisen werden. Das bedrückend wie berührende Concerto for Violin wird u.a. auf CD aufgenommen.


…Als Orchester im Landestheater-Graben

Eine gewissermaßen „eiserne Regel“ in Linz besagt, dass „das Bruckner Orchester im Landestheater die Musik macht“. Man ist daher immer wieder erstaunt zu hören, dass es Menschen gibt, denen nicht klar ist, dass das Bruckner Orchester nicht nur das oberösterreichische Konzertorchester sondern zugleich das Orchester des Linzer Landestheaters ist.

Dabei werden gut die Hälfte aller dem Orchester zur Verfügung stehenden dienstlichen Kapazitäten im Orchestergraben an der Linzer Promenade gespielt und der Chedirigent des Bruckner Orchesters, Dennis Russell Davies, ist zugleich der Opernchef des Theaters, wobei von ihm etwa drei bis vier Neuproduktionen und Wiederaufnahmen betreut werden und er etwa zwanzig bis dreißig Vorstellun-gen im Haus selbst dirigiert.

Premiere "Platée" von Jean-Philippe Rameau
Der vom Wein berauschte Thespis, der Erfinder der Tragödie, wird von Momus, dem Gott der Kritik, und Thalia, der Muse der Komödie, aus dem Schlaf geweckt. Er beschließt, ein Schauspiel aufzuführen, das Götter und Menschen gleichermaßen verspotten soll: Um seine Gattin Juno vom Unrecht ihrer ewigen Eifersucht zu überzeugen, beschließt Jupiter, sich ein besonders lächerliches Objekt seiner scheinbaren Begierde auszusuchen. Seine Wahl fällt auf die hässliche Quellnymphe Platée. Sie haust mit Fröschen und Kröten in einem Sumpf und sehnt sich nach Liebe. Mit kaum zu bremsender Leidenschaft geht sie auf Jupiters Heiratsantrag ein. Erst als sie schon Braut
ist – soweit kommt es –, reißt Juno Platée den Schleier vom Gesicht, und kann nicht anders, als in schallendes Gelächter auszubrechen. Das göttliche Paar steigt versöhnt in den Himmel auf, während sich Platée gekränkt in den Sumpf zurückzieht.

Jean-Philippe Rameau (1683-1764) hat mit Platée ein Werk geschaffen, das nicht nur in der französischen Barockmusik einzigartig ist. Tanz, Gesang und Szene verbinden sich hier zu einem Gesamtkunstwerk, das bei allen parodistischen und komisch-absurden Elementen auch eine menschlich tiefe und anrührende Geschichte erzählt. Die 1745 uraufgeführte Oper Platée ist das beliebteste Stück Rameaus.


Premiere "Der Kaiser von Atlantis oder Die Tod-Verweigerung" von Viktor Ullmann
Der Kaiser von Atlantis hat ein Problem: In seiner grenzenlosen Macht hat er den Krieg aller gegen alle erklärt, doch der Tod verweigert seinen Dienst. Auf dem Schlachtfeld begegnen sich ein Soldat und ein Mädchen aus gegnerischen Lagern und verlieben sich ineinander, statt sich gegenseitig umzubringen. Der Tod bietet dem Kaiser ein Geschäft an: Er werde seine Arbeit nur unter der Bedingung wieder aufnehmen, dass der Kaiser als Erster mit ihm kommt. Der Herrscher folgt ihm, die erlöste Menschheit begrüßt den zurückerhaltenen Tod.
Für den jüdischen Komponisten und Arnold-Schönberg-Schüler Viktor Ullmann (1898-1944) war das sagenhafte Atlantis mehr als nur eine Legende. In seiner Oper, die er 1943 im Ghetto Theresienstadt schuf, wird Atlantis zur Metapher für Nazi-Deutschland. Der Kaiser von Atlantis ist ein grausamer Herrscher, der seine Untertanen in den Krieg treibt, bis der Tod ihm die Gefolgschaft verweigert.
Im Herbst 1944 wurden Viktor Ullmann, sein Librettist Peter Kien und ein großer Teil des Theresienstädter Ensembles nach Auschwitz deportiert, bevor die Oper zur Uraufführung gelangen konnte.


zurück